Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung aller Menschen in der Region Kirn entsteht ein vernetzter und patientenorientierter Gesundheitscampus. Er bezieht stationäre und ambulante Partnerinnen und Partner ein und schafft mehr medizinische und pflegerische Angebote für Patientinnen und Patienten – unter anderem mit einem ambulanten OP-Zentrum und einem speziellen geriatrischen Konzept für die zunehmend ältere Bevölkerung in der Region. So wird in Kirn die Gesundheitsversorgung neu gedacht: am Wohl der Patientinnen und Patienten ausgerichtet und passend zu den Bedürfnissen vor Ort.

So entwickelt sich die Region Kirn

Viele ländlich geprägte Regionen werden immer älter (lesen Sie hier mehr zum Thema Demografie). So auch Kirn. Die Bevölkerungszahl im Landkreis geht zurück, während der Anteil der Menschen über 65 Jahre zunimmt. Das Diakonie-Krankenhaus | Kirn übernimmt auf der einen Seite eine wichtige Rolle für die wohnortnahe medizinische Versorgung der Menschen. Dennoch reicht die Anzahl der Patientinnen und Patienten nicht aus, damit das Krankenhaus wirtschaftlich arbeiten kann (lesen Sie hier mehr zum Thema Wirtschaftlichkeit).

Gleichzeitig gehen viele Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand. Für ihre Praxen müssen Lösungen für eine Nachfolge gefunden werden.

Unterstützend und wohnortnah: Das Geriatrieprojekt ANITA

Folgendes typisches Szenario könnte im Jahr 2026 in Kirn ablaufen: Eine Patientin ist 83 Jahre alt und erlitt vor acht Wochen einen Schlaganfall. Die akute Krankenhausbehandlung inklusive Rehabilitationsmaßnahmen ist positiv verlaufen und abgeschlossen. Trotzdem ist sie im Alltag noch stark eingeschränkt und braucht Training und Beratung, um die Sturzgefährdung zu verringern. Ihr Ehemann lebt zwar in Kirn, kann sie aber nicht versorgen.

Deshalb wird die Patientin in das geriatrische Projekt ANITA aufgenommen, um ganz gezielt an ihren Alltagskompetenzen zu arbeiten, beispielsweise mithilfe der Ergotherapie. Ihr Mann kann sie täglich besuchen und sogar die Mahlzeiten mit seiner Frau gemeinsam einnehmen. ANITA übernimmt auch die Beratung rund um das Thema Pflegegrad und Hilfsmittel.

ANITA schließt die Versorgungslücken für ältere und hochbetagte Menschen und unterstützt sie dabei, ihre Eigenständigkeit zu erhalten oder zurückzuerlangen. Je nach individuellem Bedarf erhalten die Patientinnen und Patienten ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept. Mögliche Bausteine sind: Medizin und Pflege, Ernährung, Freizeitangebote sowie Beratung und Training.

Der moderne Gesundheitscampus in Kirn: Mit Kooperationen und neuen Angeboten zu einer besseren medizinischen Versorgung

Kirn entwickelt sich zu einem vernetzten Gesundheitsstandort, der mit vielen stationären und ambulanten Möglichkeiten die Versorgung verbessert – mit Partnerinnen und Partnern in der Region sowie neuen Einrichtungen direkt vor Ort.

Dafür kooperiert das Diakonie-Krankenhaus | Kirn mit dem Partnerkrankenhaus in Bad Kreuznach, in den Bereichen Diagnostik, Therapie und Personal. Außerdem entsteht ein neues ambulantes OP-Zentrum, welches ebenfalls eng mit dem Diakonie-Krankenhaus Bad Kreuznach zusammenarbeitet. So können zahlreiche Eingriffe auch ohne Krankenhausaufenthalt durchgeführt werden und die Patientinnen und Patienten sind schnell wieder zu Hause. Lesen Sie hier mehr zum Thema ambulante Therapien.

Starke stationäre Angebote sorgen für Ihre Sicherheit: In Zukunft gibt es auch weiterhin eine verlässliche stationäre Krankenhausversorgung in den Fachgebieten Innere Medizin und Chirurgie. Die hervorragenden Kompetenzen in der Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie bleiben bestehen, genauso wie die Notfallversorgung in der Rettungsstelle. Eine neu geschaffene Radiologiepraxis soll den Bereich Diagnostik ergänzen.

Für all diese Ideen braucht es auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte. Diese sollen im Rahmen eines neu geschaffenen Weiterbildungsverbunds akquiriert und gebunden werden. Mit Stipendien sowie Unterstützungsangeboten bei der Job- oder Wohnungssuche und auch der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen möchte die Region Kirn Ärztinnen und Ärzten den Einstieg am Gesundheitscampus Kirn erleichtern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Gesundheitsberufe.

Der Gesundheitscampus Kirn auf einen Blick

  • Gesundheitscampus mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern in unmittelbarer Nähe oder in der Region
  • Fokus auf stationäre Krankenversorgung in den Fachgebieten Innere Medizin, Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie sowie Notfallversorgung
  • Kooperation mit dem Partnerkrankenhaus in Bad Kreuznach bei Diagnostik, Therapie und Personal
  • Ambulantes Operationszentrum
  • Konzept ANITA für geriatrische Patientinnen und Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch Unterstützung im Alltag brauchen
  • Regionaler Weiterbildungsverbund soll für Ärztinnen und Ärzte werben und sie vor Ort unterstützen
  • Radiologische Praxis auf dem Campus geplant