Das medizinische Wissen vermehrt sich rasant. Ergebnis dieser Entwicklung ist ein ebenso rasanter medizinischer Fortschritt. Dieser zeigt sich in einer wesentlich höheren Lebenserwartung als noch vor 100 Jahren, als Mädchen ab der Geburt nur knapp 50 Jahre zum Leben hatten. Eine moderne Medizin gibt Ärztinnen und Ärzten auch die Chance, viele einst unheilbare Krankheiten heilen zu können. Weitere Effekte: Krankenhausaufenthalte und Rehabilitationen werden kürzer, und bestimmte Eingriffe erfolgen vollständig ambulant – ein wichtiger Meilenstein für Patientinnen und Patienten. Wie gut die Vorteile des medizinischen Fortschritts genutzt werden können, hängt im Wesentlichen mit der Digitalisierung und einem notwendigen Wissenstransfer zusammen. So werden neue Erkenntnisse aus der Spitzenmedizin auch in kleineren Krankenhäusern auf dem Land verfügbar.

Medizinischer Fortschritt für eine verbesserte Gesundheitsversorgung

Wie wichtig der medizinische Fortschritt für die Gesellschaft ist, zeigt sich auch in der aktuellen Coronaimpfstoffentwicklung. Als besonders aussichtsreich gelten sogenannte mRNA-Impfstoffe. Hierbei steht mRNA für Messenger-Ribonukleinsäure und wird seit zehn Jahren erforscht. Im Unterschied zu herkömmlichen Impfstoffen übermittelt die Impfsubstanz nicht das Antigen selbst, sondern nur die genetischen Informationen, um das Antigen selbst zu bilden. Dadurch sind die Impfstoffe einfacher strukturiert und können schnell in hohen Stückzahlen hergestellt werden.

Auch minimalinvasive, zum Teil mit Robotern unterstützte Behandlungsmethoden sind wesentlich schonender als herkömmliche Methoden und sorgen für kleinere Wunden, kürzere Krankenhausaufenthalte und eine schnellere Genesung. Manche Eingriffe können sogar vollständig ambulant durchgeführt werden. Mussten Patientinnen und Patienten nach einem Bandscheibenvorfall früher nach der Operation noch sechs Wochen liegen, bevor es in die langwierige Rehabilitation ging, ist heutzutage die sofortige Mobilisierung der anerkannte Weg. Für die Betroffenen ist das eine große Erleichterung.

Mehr ambulante Therapien möglich

Gerade für ältere Menschen spielen wohnortnahe, teils auch ambulante Therapiemöglichkeiten eine zentrale Rolle für ein gutes, selbstbestimmtes Leben. Der medizinische Fortschritt macht das immer häufiger möglich, weil Eingriffe weniger starke Auswirkungen haben. Eine Zunahme ambulanter Behandlungen reduziert die Anzahl stationärer Krankenhausaufenthalte, wodurch weniger Betten benötigt werden.

Medizinischer Fortschritt braucht digitale Technologien

Um den medizinischen Fortschritt flächendeckend nutzbar zu machen, braucht es viel Vernetzung – auf Basis wirksamer digitaler Strukturen. Diese machen das spezialisierte Wissen verfügbar und legen den Grundstein für eine stärkere Kooperation von kleinen und größeren Krankenhäusern. Diese arbeiten dann auf vielfältige Weise zusammen, beispielsweise in der Diagnostik oder in der interdisziplinären Behandlung von komplexen Krankheitsbildern. Dank Telemedizin und Telematikinfrastruktur ist vieles möglich.

Die Gesundheit der Zukunft ist eng mit dem medizinischen Fortschritt verknüpft – und dieser geht mit angenehmeren Therapien und einer höheren Lebensqualität einher. Fortschritt muss gleichzeitig bezahlbar bleiben und möglichst vielen Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden. Dafür braucht es moderne, flexible Versorgungsnetzwerke aus starken stationären und ambulanten Strukturen, die zukunftsfähig sind.