Qualität und Sicherheit werden seit mehr als 20 Jahren systematisch in Deutschlands Krankenhäusern gemessen. Ein wichtiges Ergebnis: Die Bewertungen sind dann besonders gut, wenn die Klinik viel Erfahrung mitbringt, also die jeweilige Behandlung häufig durchführt. Die sogenannte Mindestmengenregelung legt bei einigen Eingriffen Untergrenzen fest, um die Qualität sicherzustellen. Für die Krankenhauslandschaft ist es deswegen von Bedeutung, spezielle Kompetenzen an den richtigen Standorten zu bündeln.

Die Messung von Qualität und Sicherheit

Die Geschichte der Medizin war immer auch von der Suche nach mehr Qualität geprägt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts haben Robert Koch, Louis Pasteur und Max von Pettenkofer große Meilensteine für die Krankenhaushygiene erreicht. Sie entdeckten Krankheitserreger und entwickelten wichtige Verfahren, mit denen Krankenhausinfektionen deutlich reduziert werden konnten: Desinfektion, Sterilisation und andere Hygienemaßnahmen sind heute selbstverständlich. Krankenhaushygiene ist seit mehr als 100 Jahren eine eigenständige Disziplin.

Seit dem Ende der 1990er Jahre werden in deutschen Krankenhäusern die Qualität und Sicherheit der Behandlung kontinuierlich und systematisch gemessen. Kliniken sind dazu verpflichtet, regelmäßig Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Eigene Qualitätsbeauftragte leiten und steuern diesen Prozess. In den letzten Jahren wurden auch die Verfahren zur Messung immer weiter verbessert.

Mehr Erfahrung bringt mehr Routine, Qualität und Sicherheit

Eines wird bei den Qualitätsberichten deutlich: Je häufiger bestimmte Eingriffe vorgenommen werden, umso höher sind die Qualität und Sicherheit der Behandlung für die Patientinnen und Patienten. Die Routine steigt, die Gefahr für Risiken und Langzeitschäden sinkt.

Deshalb hat der Gesetzgeber eine sogenannte Mindestmengenregelung beschlossen, nach der bestimmte Behandlungen nur in solchen Krankenhäusern durchgeführt werden dürfen, die die festgelegten Mindestmengen pro Jahr erreichen. Das ist zum Beispiel der Fall bei Leber-, Nieren- und Stammzelltransplantationen, bei bestimmten Operationen an den Herzkranzgefäßen oder bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.250 Gramm.

Auch bei anderen schweren und komplexen Eingriffen steigen die Qualität und Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich, wenn Krankenhäuser sowie Ärztinnen und Ärzte ausreichend Erfahrung mitbringen – wie bei Hüftoperationen, Krebs oder Schlaganfällen.

Von der Forschung in die Praxis: der medizinische Fortschritt

Der medizinische Fortschritt bringt eine Reihe hoch spezialisierter neuer Behandlungsmethoden und Technologien hervor. Damit dieses Expertenwissen für die Bürgerinnen und Bürger praktisch nutzbar ist, braucht es einen wirksamen Wissenstransfer an die relevanten Stellen des Gesundheitssystems. Deshalb ist es sinnvoll, wenn große Krankenhäuser der Maximal- und Schwerpunktversorgung mit kleinen Krankenhäusern in ländlichen Regionen kooperieren.

Bündelung von Kompetenzen in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern

Was bedeutet das für die Krankenhauslandschaft? Aus Qualitäts- und Sicherheitsgründen, aber auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist es nicht sinnvoll, dass jedes Krankenhaus alle Erkrankungen behandelt. Wenn sich Kliniken auf bestimmte Fachrichtungen und Krankheiten spezialisieren, sammeln sie in diesem Bereich besonders viel Erfahrung. Hohe Fallzahlen erhöhen die Routine und Qualität signifikant. Das kann zwar zu längeren Fahrzeiten für die Patientinnen und Patienten führen, bringt jedoch weitaus mehr positive Effekte – für eine erfolgreiche Behandlung und Therapie.

Ein mögliches Szenario für die Krankenhauslandschaft der Zukunft: Die Menschen können sich darauf verlassen, wohnortnah eine schnelle und gute Grund- und Notfallversorgung zu bekommen. Für spezielle Behandlungen und komplexere Eingriffe suchen Bürgerinnen und Bürger dann eine Klinik mit entsprechender Spezialisierung auf, die mit viel Erfahrung für ein bestmögliches Ergebnis sorgt.